Nachschau Jahresempfang 2026

AWO fordert echte Sozialreformen statt einseitigem Sozialabbau

Mit Gästen aus Politik, Verwaltung und Sozialverbänden hat sich der AWO Regionalverband Lüneburg / Uelzen / Lüchow-Dannenberg e. V. auf seinem Jahresempfang 2026 unter dem Motto „AWO Klartext – Wir für soziale Gerechtigkeit“ mit der Sicherung der sozialen Daseinsvorsorge beschäftigt.

Der Vorsitzende des AWO Regionalverbandes Achmed Date betonte die Bedeutung von Solidarität für ein funktionierendes Gemeinwesen. Das sich zunehmend durchsetzende Ellbogenprinzip gefährde hingegen gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die aktuell politisch diskutierten und in Teilen bereits vollzogenen sogenannten Sozialreformen sind nichts anderes als massiver Sozialabbau und verschärfen Ungerechtigkeiten und gesellschaftliche Spaltung“.

Über die Auswirkungen der Kürzungen in der sozialen Daseinsvorsorge berichtete Günter Wernecke, der Geschäftsführer des AWO Regionalverbandes. „Die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger sind die Leidtragenden. Sozialabbau ist schon jetzt konkret im Alltag spürbar“. Kurzfristig an ambulanter Beratung und Betreuung zu sparen sei zudem volkswirtschaftlich kurzsichtig und führe – so die wiederkehrende Erfahrung in der Vergangenheit – zu erheblich höheren Mehrkosten an anderer Stelle.

Der Vorstandsvorsitzende des AWO Bezirksverband Hannover e. V. Marco Brunotte erläuterte Positionen und Lösungsvorschläge der AWO zur sozialen Daseinsvorsorge und spannte hierbei einen weiten Bogen von quartiersnaher Beratung über Pflege, Migration, Beratung, Jugend- und Eingliederungshilfe bis hin zu bezahlbarem Wohnen. Er kritisierte die kurzsichtigen Kürzungsdiskussionen und forderte die gerechte Einbeziehung aller Einkommen und Vermögen in das Steueraufkommen und die Finanzierung der Sozialversicherung. Die extreme Vermögensverschiebung zugunsten einer kleinen Gruppe und zu Lasten kleiner und mittlerer Einkommen sei nicht mehr hinnehmbar. Weiterhin fordere die AWO eine echte Kindergrundsicherung als Basis für Chancen- und Bildungsgerechtigkeit.

Marco Brunotte stellte heraus, dass soziale Daseinsvorsorge nicht ausschließlich freien Marktbedingungen unterworfen sein dürfe. „Wo der Markt versagt – wie zum Beispiel bei der Bereitstellung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum – muss der Staat handeln und selbst aktiv werden“.

Beim abschließenden informellen Austausch wurde die enge und gute Zusammenarbeit vor Ort zwischen Politik, Verwaltung und Verbänden und das gemeinsame Streben nach einer guten kommunalen sozialen Absicherung deutlich.